KI verstehen oder besser fair-stehen
Lassen Sie uns ein wenig schauen, was KI für Sie und Ihre Unternehmen bedeuten könnte. Ganz wichtig ohne das übliche Clickbaiting das morgen die Welt untergeht und Hypen von jedem neuen Trend der das Leben per Fingerschnippen auf ein neues Level hebt. Es geht in diesem Artikel trocken gesagt darum, wie Sie als mittelständischer Unternehmer oder Selbstständiger mit dem Thema künstliche Intelligenz umgehen können, wie bestimmte Trends zu bewerten sind und welche strategische Aspekte für Sie relevant sind.
Alle präsentierten Informationen sind ohne Gewähr, keine Beratungsleistung und auch nicht als solche gedacht. Sie spiegeln ausschließlich die persönliche Meinung des Autors wieder.
Die klassischen KI-Mythen und Sagen?
KI ist kein Thema, dass erst Ende 2022 relevant wurde. Die Anfänge gehen auf die 40iger und 50iger Jahre des 20igsten Jahrhundert zurück. Der Unterschied zwischen damals und heute liegt in der Verfügbarkeit von brauchbarer Hardware (Speichermenge und Rechenpower), die es ermöglicht, die aufwändigen Berechnungen der KI-Algorithmen und -Modelle in erträglicher Zeit zu bewerkstelligen. Jede Technologie stößt irgendwann an eine Grenze. Bei KI ist das aktuell Speicher-, Seltene-Metall- und Energie-Verfügbarkeit. Bei Dampfmaschinen war die Verfügbarkeit von Kohle und Stahl der limitierende Faktor und beim Automobil die Verfügbarkeit von Erdöl, Aluminium und Platzangebot.
Letztlich geht es wie bei jeder Technologie darum, die Produktivität zu steigern. Ergo Zeit, Energie oder Geld einzusparen bzw. eine Kombination von allem. Dieses Potential hat KI definitiv. Wird KI "alle" Menschen arbeitslos machen? Wahrscheinlich nicht aber wir werden uns als Menschen Neuen Dingen zuwenden müssen! Wird uns KI auslöschen? Die Wahrscheinlichkeit besteht durchaus, aber es ist noch ein weiter Weg dahin. Die viel größere Gefahr sehe ich in einer zunehmenden Abhängigkeit von wenigen Anbietern und Zentralisierung von KI-Anwendungen/Tools. Defacto konzentriert sich das Angebot schon jetzt auf wenige große Anbieter, Nischenprodukte mal außen vor. Monopole sind gut für Investoren jedoch schlecht für Verbraucher.
Es gibt immer wieder Behauptungen, dass KI alles automatisieren kann. Diese Behauptung hat einen Denkfehler. Mich persönlich würde ein KI-Sales Mitarbeiter eher abtörnen und denken: "Oh ein Unternehmen das im Vertrieb mich zum Objekt degradiert." Im standardiersierten Kundensupport ist die Sache weniger schlimm aber im Grunde mögen die meisten Menschen "noch" nicht mit Machinen ihre Herausforderungen diskutieren.
Nehmen wir an, die Hälfte der Unternehmen haben alle ihre Prozesse zu 100 % mit KI automatisiert und die andere Hälfte 0% ihrer Prozesse. Wo würden die Kunden lieber kaufen? Klar bei dem Unternehmen, dass ihre Bedürfnisse besser erfüllt. KI wird gern als universelles Rezept für alles postuliert. Doch im Grunde befinden wir uns aktuell in einem Findungsprozess und probieren aus welche KI-Automatisierungen funktionieren und welche eher nicht.
Es gibt bereits jetzt Anwendung bei denen die KI uns unsere Kaufentscheidungen abnimmt und sich anschickt für uns die Rational besten Kaufentscheidungen zu treffen. Ob KIs lieber bei KIs kaufen oder bei Menschen, werden wir sehen. Die Gedankenspiele lassen sich unendlich fortsetzen und es können immer wieder neue Argumente gefunden werden die uns Angst machen oder beruhigen. Letztlich kann niemand zu 100% die Zukunft vorhersagen, wir können uns nur auf verschieden Szenarien vorbereiten.
Prinzipien für den KI-Einsatz
Bei KI handelt es sich um eine Universaltechnologie, dass bedeutet, das der Einsatzzweck nicht definiert ist. Das Internet ist auch eine Universaltechnologie, ebenso, Verbrenungsmotoren oder Elektrizität. Universaltechnologien haben eins gemeinsam, Sie verändern und disruptieren etablierte wirtschaftliche Gefüge und beeinflussen branchenübergreifend. Die Investitionstätigkeiten in Universaltechnologien sind hoch und es existieren viele Unsicherheiten bezüglich ihrer Täuglichkeit für spezifische Anwendungsgebiete. Die möglichen Auswirkungen auf die Produktivität sind jedoch sehr hoch und mit großen gesellschaftlichen Umwälzungen verbunden. Die Karten im globalem Wettbewerb werden also neu gemischt.
Die große Frage, die sich viele Unternehmen stellen, ereilt mein Unternehmen das selbe Schicksal wie die Hufschmiede im beginnenden 20 Jahrhundert? Im KI-Zeitalter ist das diesmal vielleicht die falsche Frage. Die Richtige könnte laute: Welche Tätigkeiten übernimmt zukünftig eine KI und welche nicht? Welche Synergien entstehen durch eine Zusammenarbeit mit KI-Systemen?
KI als Technologie hat den Anspruch, die Produktivität zu erhöhen, demnach die Stückkosten zu senken. Derjenige, der diese am schnellsten realisieren kann, kommt in den Genus kurzfristig höherer Margen bis die Masse des Marktes mit zieht. Aus diesem Grund ist es entscheidend wie schnell sich Kosteneffekte erschließen lassen. Letztlich wird KI zu einer breiten Reduzierung der Kosten für Produkte und Dienstleistungen führen die bisher eher Lohnkosten getrieben waren. Wahrscheinlich werden kleine, jedoch hoch spezialisierte und effiziente Unternehmen aus dieser Situation ihren Vorteil ziehen können.
Um als Unternehmer zu verstehen wo wir aktuell stehen möchte folgende Vergleiche aufmachen.
- Die Anfänge des Internets liegen im Jahr 1969 und google ging 1997 online und erlebte seinen Aufschwung nach dem Zusammenbruch der DotCom Blase.
- Die ersten Dampfmaschinen wurden Mitte des 18. Jahrhundert entwickelt und die ersten Eisenbahnen fuhren ab den 1830iger Jahre.
- Die Anfänge der künstlichen Intelligenz liegen in den 1950iger Jahren und ChatGPT ging Ende 2022 online. Ob dieses Unternehmen die nächsten Jahre überleben wird ist aktuell noch ungewiss.
Was Sie erkennen vergeht einen beträchtliche Zeit von der Entdeckung bzw. Entwicklung einer Technologie bis zu den alles verändernden Anwendungen. Meist liegen mehrere Jahrzehnte dazwischen. Von den Anfängen von KI bis heute sind mehr als 70 Jahre vergangen und niemand kann seriös prognostizieren welche Spuren KI in unserem Leben hinterlassen wird.
Fazit
Menschen sind grundsätzlich soziale Wesen, in einer Welt, in der KI unser Leben lebt und gestaltet, ist nicht gerade das, was sich die meisten von uns erhoffen. Wenn jeder von uns Menschen zur Untätigkeit verdonnert ist, was machen wir dann? Freunde und Verwandte treffen, Computerspielen im dunklen Keller oder die Welt bereisen mit Geld, dass wir dann nicht mehr verdienen. Was ist eher realistisch? In der Steinzeit war der Mensch eher mit der Nahrungssuche und dem Normaden sein beschäftig. Mit der Sesshaftigkeit konnten wir dafür sorgen unsere Sicherheit zu gewährleisten. Mit zunehmender Technisierung konnten wir immer mehr unseren sozialen Bedürfnissen Rechnung tragen. Die Digitalisierung hilft uns in gewisser Weise bei unseren individuellen Bedürfnissen. Oder wie lässt sich erklären, dass es so viel besondere Menschen gibt und faktisch jeder sein eigenes Business zum Nulltarif starten könnte. Vielleicht hilft uns KI unser Bedürfnis nach Selbstverwirklichung zu erfüllen oder wir sind wieder mit Nahrungssuche und dem umherziehen beschäftig. Ersteres klingt doch wesentlich optimistischer, oder?
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