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APEX-Quantifizierung: Ob lokale KI auf einem Drittel des VRAM fast in original Qualität läuft?

In der Welt der On-Premises-KI ist ein Problem präsent: Je stärker eine Modelldatei komprimiert wird, desto schlechter wird die Qualität. Doch ein neuer Quantifizierungsansatz namens APEX ermöglicht eine starke Komprimierung ohne die üblichen Qualitätsverluste – und das nicht nur im Labor. Zumindest laut den Verantwortlichen.

Für KMUs, die aktuell noch bei Cloud-Anbietern zu Hause sind oder lokal nur mit großen Modellen arbeiten, ist dieser Ansatz eine Alternative um: Lokale KI auf der eigenen Hardware wird deutlich günstiger zu hosten.

Die Ausgangslage und warum das relevant is für KMU

Problem #1: Cloud-KI-Aufrufe kosten Geld – und jedes Mal wenn jemand im Unternehmen die KI nutzt, wandern Daten in externe Rechenzentren. Viele KMUs akzeptieren diese Kosten stillschweigend, weil eine lokale Alternative "zu aufwendig" erscheint.

Problem #2: Selbst mit eigenem GPU-Server bleibt die VRAM-Frage: Moderne leistungsfähige Modelle wie das Qwen3.6-35B-A3B benötigen weit mehr als 64 GB an VRAM um mit 16 Bit Quantifizierung betrieben zu werden. Das hebt die notwendigen Budgets für Hardware in schmerzhafte Regionen. Viele IT-Leiter zögern daher, lokal zu starten – auch wenn sie den Cloud-Ausstieg vielleicht sogar anstreben. Zum Vergleich: Eine RTX PRO 6000 Blackwell mit 96 GB VRAM liegt in der Preisklasse von ca. 11.000 € (Netto).

Kurz gesagt: Die Kosten und die Komplexität von lokaler KI halten viele KMUs zurück. Der Flaschenhals? VRAM-Knappheit bei der Modell-Bereitstellung – und die Annahme, dass Quantifizierung (also das Komprimieren) immer mit Qualitätseinbusen einhergeht.

APEX ist keine gewöhnliche Quantisierung – es ist eher eine intelligente Verteilung

Worum geht's? Herkömmliche Quantifizierung (z.B. Q8_0, Q4_K_M) reduziert die Bit-Tiefe *uniform* auf alle Gewichtungen des Modells. So sparen Sie Speicher und Rechenzeit – aber opfern oft Qualität in den Bereichen des Modells, die am empfindlichsten für menschliche Ausgaben sind.

**APEX ist hier etwas anderes**: Es klassifiziert jeden Tensor nach dessen Rolle (Expert-Layer vs. Shared-Layer vs. Attention) und wendet ein *layer-weises Präzisions-Gradient* an: Die sensibelsten Randlagen bekommen mehr Bits, redundantere mittlere Lagen werden stärker komprimiert. Im Prinzip passt APEX die Auflösung der Daten nicht willkürlich an den Gesamt-Budget-Topf, sondern an die Wichtigkeit jedes Bereichs für das Gesamtergebnis an.

Die Konsequenz (so die Entwickler):

Wie wird ein original Modell APEX-Quantifiziert und auf Ollama ausgerollt?

Als erstes benötigen wir das original Modell im GGUF-Format 16 Bit, die zentrale Anlaufstelle für alle möglichen Modelle, Dataset, usw. ist die Webseite Huggingface . Dort erhalten Sie die meisten freien KI-Modelle zum Download. Wir schauen uns heute konkret das derzeit beste lokale KI-Modell (Ornith-1.0-35B) für Konsumer-Hardware an. Für die APEX Quantifizierung laden wir uns die BF16 Version des Modells herunter. ACHTUNG: Die Größe des Downloads beträgt 69,4 GB! 
HINWEIS: Ornith-1.0-35B basiert auf dem Qwen3.6-35B-A3B Modell.

Als erstes installieren wir llama.cpp auf unserem Rechner. Das benötigen wir für die APEX-Quantifizierung. Ich persönlich baue mir llama.cpp meist gern aus den Quellen. Hier mal am Beispiel von CUDA gezeigt.

git clone https://github.com/ggml-org/llama.cpp
cd llama.cpp

cmake -B build -DGGML_CUDA=ON
cmake --build build --config Release

sudo cmake --install build

Als nächstes Clonen wir das GitHub-Repository von APEX-Quant:

git clone https://github.com/mudler/apex-quant.git
cd apex-quant

Jetzt müssen wir noch unser GGUF-Modell, in unserem Fall die Datei "Ornith-1.0-35B-BF16.gguf" in das apex-quant Verzeichnis kopieren und die Quantifizierung mit  folgenden Befehl starten:

./scripts/quantize.sh --profile quality Ornith-1.0-35B-BF16.gguf ornith-1.0-35b-apex-quality.gguf
Konsolen Ausgabe zur APEX-Quantifizierung

Konsolen Ausgabe zur APEX-Quantifizierung

Wenn alles gut geht befindet sich nun das APEX Quantifizierte Modell "ornith-1.0-35b-apex-quality.gguf" im Verzeichnis und könnten es über llama-cli ausführen oder wie folgt für Ollama verfügbar machen:

mkdir ornith-1.0-35b-apex-quality
cp ornith-1.0-35b-apex-quality.gguf ornith-1.0-35b-apex-quality
cd ornith-1.0-35b-apex-quality
nano Modelfile

Der Inhalt der Modelfile-Datei (analog wie orig. Ollama Ornith Modelfile) ist folgender:

FROM ./ornith-1.0-35b-apex-quality.gguf
TEMPLATE {{ .Prompt }}
SYSTEM You are Ornith, an open-source agentic coding assistant. Think step by step in a reasoning block, then act. Use the provided tools when they help. Be concise, correct, and direct: write working code and explain only what is non-obvious.
PARAMETER stop <|im_end|>
PARAMETER temperature 0.6
PARAMETER top_k 20
PARAMETER top_p 0.95
PARAMETER num_ctx 65536

Anschließend speichern und nano verlassen. Jetzt können wir das Modell über Ollama bereitstellen und ausführen:

ollama create ornith-1.0-35b-apex-quality -f Modelfile
ollama run ornith-1.0-35b-apex-quality:latest --verbose

Auf meinem System mit 2 RTX 5060 TI (2x 16GB VRAM) erreiche ich ca. 100-104 Token/s.

total duration:       42.298628217s
load duration:        253.491814ms
prompt eval count:    472 token(s)
prompt eval duration: 555.863ms
prompt eval rate:     849.13 tokens/s
eval count:           4301 token(s)
eval duration:        41.288291s
eval rate:            104.17 tokens/s

Praxis: Was sagt der Benchmark?

Das LocalAI-Team veröffentlichte Benchmarks gegen Unsloth Dynamic 2.0 (UD): [APEX übertrifft UD-Quantisierungen bei Perplexität, HellaSwag und Inferenzgeschwindigkeit –und ist dabei ca. 3x kleiner als F16 Modelle. In der Praxis heißt das:

Modell-ArchipetktureVergleichswert APEX vs. Q8_0 (laut Entwickler Paper)
**Perplexität (PPL)**APEX erreicht annäherndes Level, teilweise übertrifft es sogar,  bei deutlich weniger Speicherbedarf
**HellaSwag** APEX übertrifft Unsloth UD und andere Quantisierungen, dadurch besser Performance in der Praxis
**Inferenz-Geschwindigkeit**APEX ist durch intelligentes Verteilen Quantifizierung sogar schneller bei den antwortzeiten

Aber Achtung: Wie immer bei Versprechungen wie "keinerlei Qualitätsverlust" müssen wir differenzieren. APEX komprimiert die Mittel-Layer im Modell ohne die kritische Randqualität zu reduzieren – das Gesamtresultat ist daher besser, weil die kritischen Ebenen ihre volle Auflösung behalten und redundante Anteile nur minimal beeinträchtigt werden.

Vergleichs Benchmarks von Ornith-1.0-35B und Qwen3.5-35B-A3B analog LokalAI-Team (ermittelt durch eigene Tests | 2x RTX 5060 Ti 16 GB)

Model-NamePPLBenchmarkModel-Size
ornith-1.0-35b-apex-quality6,8573pp512_ts: 2076,48 | tg128_ts: 117,8821,3 GB
ornith-1.0-35b-apex-i-quality6.8573pp512_ts: 2069.51 | tg128_ts: 118.4021.3 GB
ornith-1.0-35b-apex-balanced6.8437pp512_ts: 2002.68 | tg128_ts: 118.6223.6 GB
ornith-1.0-35b-apex-i-balanced6.8437pp512_ts: 2015.67 | tg128_ts: 118.5223.6 GB
ornith-1.0-35b-Q4_K_M6,9385pp512_ts: 2225,43 | tg128_ts: 135,8419,7 GB
ornith-1.0-35b-Q5_K_M6.8728pp512_ts: 2121,39 | tg128_ts: 126,5923,0 GB
ornith-1.0-35b-Q6_K6,8381pp512_ts: 1869,04 | tg128_ts: 115,3926,6 GB
ornith-1.0-35b-Q8_06,8363-34.4 GB
qwen3.6-35B-A3B-apex-quality6,7540pp512_ts: 2050,22 | tg128_ts: 118,0321,9 GB
qwen3.6-35B-A3B-apex-i-quality6.7540pp512_ts: 2060,24 | tg128_ts: 118,6721,9 GB
qwen3.6-35B-A3B-apex-balanced6.7310pp512_ts: 2018.81 | tg128_ts: 118.2924.2 GB
qwen3.6-35B-A3B-apex-i-balanced6.7310pp512_ts: 2027.60 | tg128_ts: 118.9624.2 GB
qwen3.6-35B-A3B-Q4_K_M6,8139pp512_ts: 2236,77 | tg128_ts: 135,0920,2 GB
qwen3.6-35B-A3B-Q5_K_M6.8233pp512_ts: 2130.82 | tg128_ts: 126.0223.6 GB
qwen3.6-35B-A3B-Q6_K6.7268pp512_ts: 1871.55 | tg128_ts: 116.0327,2 GB
qwen3.6-35B-A3B-Q8_06.7198-35.2 GB

Die auf https://github.com/localai-org/apex-quant beschriebene Perplexity auf Q8-Niveau konnten wir auf unserer Hardware bei APEX-Quality Quantifizierung nicht feststellen. Sie bewegt sich auf dem Niveau von Q6_K Modellen. Was grundsätzlich in Ordnung ist, da der VRAM-Bedarf im Vergleich dazu ca. 20 % geringer ist.

Was bedeutet das konkret für den praktischen Einsatz?

  1. Günstigere Hardware: Weniger VRAM pro Modell = niedrigere CAPEX beim Kauf eines GPU-Servers oder sogar der Wechsel auf günstigere Grafikkarten-Reihen.
  2. Schnittstelle Cloud-zu-On-Prem: Die Technologie macht lokale Modelle attraktiver, so dass Cloud-Vergleiche plötzlich weniger überzeugen – bei gleichen Resultaten aber deutlich besserer Kontrolle über Ihre Daten ermöglichen.
  3. Praktischer Einstiegspunkt: Wenn APEX-basierte Modelle für Ihren Anwendungsfall funktionieren (z.B. lokaler Chatbot für Mitarbeiterfragen oder bei KI-Agenten), können Sie ohne riesige IT-Budgets einen On-Premises KI-Proof-of-Concept starten.

Der "Eierlegende Wollmilchsau"-Effekt? Weniger Speicherkosten + schnellere Reaktionszeiten bei ähnlicher Qualität – und das alles auf Ihrer eigenen Hardware, mit vollem Schutz vor Datenabgabe an externe Dienstleister. Perfekt für KMU, die sich vom Cloud-Lock-in lösen wollen.

Fazit

APEX ist kein Hype – er zeigt konkret: Lokale KI wird durch intelligente adaptive Kompression immer realistischer und günstiger für professionelle Use-Cases. Wer jetzt schon auf lokaler Hardware experimentiert, hat einen klaren Vorteil. Und wer aktuell Cloud-KI nutzt, aber Bedenken bei Datenabflüsse oder API-Kosten hat: Die Technologie rund um das Thema Modell-Komprimierung entwichelt sich sehr schnell.

Was heißt das konkret für Sie? Wir helfen Ihnen gern herauszufinden, ob APEX auch für Ihren spezifischen Anwendungsfall die richtige Lösung ist. 👉 Oder nutzen Sie unseren kostenlosen Experten-Check als ersten Schritt.

FAQ: Häufige Fragen zu APEX-Quantifizierung

Kann ich APEX-basierte Modelle auch auf günstigerer Hardware betreiben oder brauche ich eine teure Datacenter-GPU?

APEX-Modelle sind komprimierte Modelle und kommen bei sehr hoher Qualität mit ca. 3x weniger VRAM aus. Daher kann ein APEX-Modell auf günstigerer Hardware betrieben werden als die unkomprimierte Modell-Version. Zum Beispiel Qwen3.6-35B-A3B-BF16 (RTX PRO 5000 Blackwell 72 GB VRAM - ca. 9k €) und Qwen3.6-35B-A3B-apex-quality (Radeon AI PRO R9700 32 VRAM - ca. 1,3k €).

Ist das Ergebnis auch qualitativ besser als ein Komprimieren auf Q6/Q5/Q4?

Ja, APEX reduziert in unwichtigeren Bereichen mehr und erhält die sensitiveren Schichten fast vollständig – im Gegensatz zur uniformen Quantifizierung, wo alles gleichmäßig komprimiert wird. Die eigenen Praxis-Benchmarks zeigen in Punkto Perplexität, dass sich APEX-Quantifizierung zwischen Q5 - Q6 und in Punkto VRAM-Bedarf zwischen Q4 - Q5 einordnet. Man bekommt quasi "Q5,5" Qualität zu "Q4,5" VRAM-Bedarf.

Kann ich das auch für mein bestehendes Modell umsetzen?

Auch wenn es aktuell vor allem für MoE-Modelle optimiert ist: Grundsätzlich werden die APEX-Methoden sukzessive auf weitere Architekturen erweitert. Kontaktieren Sie uns gerne – wir prüfen konkret Ihren Anwendungsfall und zeigen Ihnen eine passende Lösung inkl. On-Premises-Einrichtung oder Hybrid-Varianten zum bestehenden Cloud-Betrieb.

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